Sechs Jahre im Rotlichtmilieu

Eine Frau, die in die Nürnberger Bordellhölle geschoben wurde, bekämpft jetzt die Prostitution.

Sandra Norak lernte in der High School einen Liebhaber kennen, der sie unter psychischem Druck in die Prostitution brachte. Die junge Frau war völlig von der Außenwelt abgeschnitten und hatte kein Selbstwertgefühl, konnte sich aber nach mehreren traumatischen Jahren schließlich befreien.

Sandra Norak wurde während ihrer frühen Erwachsenenjahre sechs Jahre lang zur Prostitution gezwungen . Der Liebhabertyp war aufgrund ihrer schlechten familiären Situation ihre einsame Bekanntschaft.

Sandra Norak, ein Pseudonym, begann bereits während ihrer Schulzeit mit einem Loverboy aus der Region Nürnberg online zu chatten. Sandra erzählt im Interview mit inFranken.de von ihren hunderten schrecklichen Stunden mit Kunden, dem Leben in einem Kellerraum und Drohungen, die bis zum Nervenzusammenbruch führen. Nach allem, was ihr eingefallen war, war sie entschlossen, Anwältin zu werden und anderen Frauen in ähnlichen Situationen zu helfen.

Nürnberger Loverboy schafft Vertrauen und nutzt die Einsamkeit aus.

„Ich bin in einem kleinen Dorf in Niederbayern aufgewachsen“, sagte Sandra Norak in einem Interview. Der Wohnsitz meiner Eltern war bekannt für Grenzübertritte und die Gewalt meiner Mutter. Ich hielt Abstand zu meinen Mitschülern und schwieg über meine persönlichen Umstände. Meine Täter fingen an, mich zu rekrutieren, als ich 16 war, mit dem sogenannten Lover-Boy-Ansatz, einer Art Menschenhandel. Ich habe im Internet eine Frau kennengelernt, die mich schließlich bei meinem etwa 20 Jahre älteren „Loverboy“ kennengelernt hat.

Sandra Norak charakterisiert den ähnlichen Zweck der beiden zuvor genannten Personen darin, eine neue Prostituierte einzustellen, um sie auszubeuten und zu profitieren. Instabile Frauen sind die am meisten bevorzugte Zielkategorie, da sie eher bereit sind, mehr Schaden zu tolerieren. Sandras engste Beziehung wurde nach einiger Zeit zum Mann.

Der Zuhälterbetrug basiert auf Schulden, Erpressung und psychologischem Druck.

Sie fing an, ihn regelmäßig am Wochenende zu besuchen. Sandra erinnert sich an das erste Mal, als er sie in ein Bordell mitnahm. Der Loverboy führte sie mit seinen Kumpels, die Betreiber und/oder Zuhälter waren, zum „Kaffee“ in ein Bordell in Nürnberg. Sie hatte nie daran gedacht, Sexarbeiterin zu werden, da es nicht in Frage kam. Als die Zeit verging, fragte er sie unerwartet, ob sie als Prostituierte arbeiten wolle: „Schließlich kann man viel Geld verdienen und es ist ein regulärer Beruf.“ Als sie ablehnte, wandte der Lover Boy eine andere Taktik an, um sie zu überzeugen: Er sagte zunächst, dass er Schulden habe und dass er Probleme bekommen würde, wenn er sie nicht zurückzahlen könne, und dass Prostitution der schnellste Weg sei, einen zu verdienen viel Geld, um ihm zu helfen.

Du verlierst absolut dein Selbstwertgefühl, wenn du dich der Prostitution anschließt.

Ihr erster Kunde sah ihre Unerfahrenheit, ignorierte sie aber. Dies ist eine Welt, die schwer zu verlassen ist. „Wenn man anfängt, als Prostituierte zu ‚arbeiten‘, hat man normalerweise ein geringes Selbstwertgefühl; dennoch verliert man in der prostitution jedes selbstwertgefühl – man wird gedemütigt, erniedrigt, ausgebeutet und von kunden wie ein fußabtreter behandelt. Du bleibst stumm oder erzählst Geschichten – und wirst für Menschen in der ‚normalen‘ Welt immer unerreichbarer: Die Isolation von der ‚normalen‘ Welt ist ein Prozess.“

Weil Sie eingeschüchtert sind, ist es fast unmöglich, sich einfach von Ihrem Zuhälter zu verabschieden und mit Ihrem Geld zu gehen. „Ich habe mein Abitur gemacht und mein Jurastudium abgeschlossen, um auch Betroffenen Rechtsbeistand leisten zu können“, sagt sie.

Norak ist inzwischen zugelassener Rechtsanwalt: „Wir haben schon Untergrund in legalen Bordellen.“

„Dann werde ich gegen euch vorgehen, ihr Zuhälter und Menschenhändler da draußen“, schreibt Sandra Norak zu ihrem Anliegen. Der 32-Jährige bietet auch Schulgespräche und Diskussionsrunden an. „Für mich sind Prävention und Aufklärung über die Gefahren der Prostitution von entscheidender Bedeutung. Prostitution ist kein Beruf wie jeder andere, entgegen der landläufigen Meinung in unserer Kultur.“

Quelle: Sex Wien

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