Die Geschichte ereignete sich in Wien, wo Vanessa, 32 Jahre alt, ein Paar beschuldigte, sie zur Prostitution gezwungen zu haben, woraufhin sie ihr jeden Cent abnahmen. Bei dem betreffenden Paar handelt es sich um Daniela (Venezolanerin, Freundin von Vanessa, 22 Jahre alt) und Ahmed (Danielas damaliger Freund).
Von der Kellnerin zur…Sexarbeiterin?
Laut Vanessa kam sie aus Venezuela wegen eines Jobangebots als Kellnerin, fand sich jedoch zur Prostitution gezwungen durch dieselbe Gruppe, die ihr den Kellnerjob versprochen hatte. Nachdem sie der Gruppe entkommen war, fand Vanessa ihre frühere Bekannte, ebenfalls eine Miss-Venezuela-Kandidatin, Daniela, auf Instagram und bat um Unterkunft für ein paar Wochen.
Richter Schmitzberger befragt das Paar, um die Wahrheit herauszufinden
Richter Daniel Schmitzberger hat den Fall übernommen und will die ganze Wahrheit herausfinden. Er beginnt damit, die beiden Angeklagten einzeln zu befragen. Nachdem geklärt wurde, dass Ahmed keinerlei Kenntnis davon hatte, wie sich die Ereignisse entwickelten (er verlangte nicht einmal Miete von Vanessa), wandte er sich Daniela zu. Sie hingegen hatte frühere Verbindungen zu Sexclubs in Wien aus der Zeit, als sie 2017 als Sexarbeiterin tätig war.
Laut Daniela erzählte sie ihrer ehemaligen Schönheitswettbewerbs-Freundin Vanessa von ihrer Zeit in Wien und wie es keine so tolle Erfahrung war (da sie letztendlich zur Prostitution griff). Trotz Danielas Warnungen kam Vanessa dennoch nach Österreich, wahrscheinlich weil man in Venezuela nicht so viel verdient.
Nach Vanessas Ankunft in Wien begann sie als Prostituierte für die Gruppe zu arbeiten, die sie hergebracht hatte. Am 8. Februar 2018 bat sie jedoch um Unterkunft in der Wohnung von Daniela und Ahmed für zwei Wochen. Zu diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte – in Vanessas Erzählung – eine Wendung. Laut Daniela wollte Vanessa jedoch weiterhin als Prostituierte arbeiten, also half sie ihr nur bei der Organisation – weil Daniela noch eine Nummer vom Kontakt-Bazar hatte und bat um 30% aller Gewinne, die Vanessa machen würde. Daniela zählte insgesamt 8 Kunden in den zwei Wochen, die Vanessa in ihrer Wohnung verbrachte, welche entweder 80€ für eine halbe Stunde oder 150€ für eine volle Stunde vergnügliche Zeit mit der 32-jährigen Venezolanerin zahlten.
Es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte
Nun war es an der Zeit für Vanessa, ihre Seite der Geschichte zu erklären. Nachdem sie ihre Verbindungen zu der Gruppe, die sie nach Wien gebracht hatte, abgebrochen hatte, blieben ihr 1.700€ und kein Ort, wohin sie gehen konnte. Selbst der Richter war neugierig auf ihre Entscheidung, Daniela zu kontaktieren, und warum sie nicht einfach nach Hause zurückkehrte – besonders wenn sie zuvor zur Prostitution gezwungen worden war. Auf diese Frage schwieg Vanessa…Sie konnte nur sagen, dass sie ein Rückflugticket für Ende März hatte.
Vanessas nächste Aussage ist noch merkwürdiger: Sie sagte, dass sie für die zwei Wochen in Ahmeds Wohnung gebeten wurde, 60€ Miete/Tag zu zahlen. Und von niemand anderem als ihrer Freundin Daniela (es war gänzlich Ahmeds Wohnung und er hatte keine Kommunikationsmöglichkeit mit V., da er kein Spanisch konnte). Und als Vanessa sich Sorgen um ihre Ersparnisse machte, sagte sie, dass Daniela sie irgendwie zwang, wieder als Prostituierte zu arbeiten, um die Miete bezahlen zu können und noch Geld übrig zu haben.
Es wurden einige Beweise dem Richter vorgelegt, darunter WhatsApp-Unterhaltungen zwischen Daniela und Vanessa. Laut Vanessa fanden alle Gespräche auf WhatsApp statt, aber der Richter stellt fest, dass es in diesen Gesprächen keine Drohungen gab (nur Erinnerungen, nicht zu spät zu den Kunden zu kommen) und dass die Unterhaltungen etwas zu spärlich waren für die angeblichen 8 Kunden/Tag (wie Vanessa aussagte).
Vanessa nutzte schließlich ihr Rückflugticket für März 2018, um dann im Mai 2019 wieder nach Österreich zurückzukehren. Das Merkwürdige ist, dass sie im Januar 2020 Anzeige gegen das Paar erstattete.
Die Wahrheit verbirgt sich zwischen den Lügen
All Vanessas Handlungen lassen den Richter glauben, dass sie überhaupt nicht glaubwürdig ist, und die vielen Widersprüche, die bei ihrer Befragung auftauchten, verstärkten seine Entscheidung, das Paar von Vanessas Anschuldigungen freizusprechen. Es wurde kein Zwang gegen Vanessa angewendet.
Für den vollständigen Artikel sowie den Dialog zwischen den Angeklagten, der Beschuldigerin und dem Richter, besuchen Sie https://sex-vienna.com/de/2021/02/03/venezolanische-miss-candidates-werden-wegen-zuhaelterei-vor-gericht-gestellt/
