Nigerianische Frauen werden in Italien zur Prostitution gezwungen

Offenbar wurden Tausende nigerianische Frauen in Italien zur Prostitution gezwungen, nachdem sie aus ihrem Land geflohen waren. Die Migrantinnen werden gezwungen, bezahlten Sex zu haben, um die Schulden zu begleichen, die sie bei den Menschenhändlern angehäuft haben, als diese sie nach Italien brachten. Einige Mädchen haben Schulden von bis zu 20.000 €, die sie „abarbeiten” müssen.

„Precious”, eines der nigerianischen Opfer

Precious ist eines der nigerianischen Mädchen, die bei ihrer Ankunft in Italien zur Prostitution gezwungen wurden. In einem anonymen Interview gab sie an, dass sie über Nordafrika und über das Mittelmeer aus Nigeria geflohen sei. Menschenhändler fanden sie und andere Migranten vor der Küste Libyens, als sie erst 17 Jahre alt war. Precious wurde dann nach Italien gebracht und in einen Zug nach Turin gesetzt, wo sie als Prostituierte arbeiten musste.

Als Precious in Turin ankam, gab ihr die „Madam” (eine ältere nigerianische Frau) Nylonstrumpfhosen, einen G-String und einige Kondome und sagte ihr, sie solle mit der Arbeit beginnen. Madam informierte Precious auch darüber, dass sie keine andere Wahl habe, als Prostituierte zu werden, und dass sie nach Nigeria abgeschoben würde, wenn die Polizei sie finde. Laut unseren Quellen war Precious obdachlos und schlief auf einer Matratze in einem Gebüsch. Wenn ihr Kunde keinen Sex im Auto haben wollte, musste sie ihn zu ihrem Bett bringen.

Precious wurde sieben Monate nachdem sie als Prostituierte zu arbeiten begonnen hatte, von der Polizei aufgegriffen. In dem Interview, das mit ihr geführt wurde, sagte sie, dass sie bis zu zehn sexuelle Begegnungen pro Tag hatte. Sie hatte Angst davor, nach Nigeria abgeschoben zu werden, aber sie konnte nicht weiter als Prostituierte arbeiten.

Heute lebt Precious in der Nähe von Rom in einem Schutzhaus für nigerianische Frauen, die zur Prostitution gezwungen wurden. Sie macht ein bezahltes Praktikum in der Altenpflege und ist vor ihren Menschenhändlern sicher.

Andere nigerianische Mädchen haben nicht so viel Glück wie Precious

Schätzungen zufolge gibt es in Italien etwa 10.000 bis 30.000 nigerianische Frauen, die ins Land gebracht und zur Prostitution gezwungen werden. Laut dem Bericht über Menschenhandel 2017 der Internationalen Organisation für Migration sind einige der Mädchen, die zur Prostitution gezwungen werden, gerade einmal 13 Jahre alt.

Offenbar werden die Mädchen bei ihrer Ankunft in Italien von den Menschenhändlern mit Drohungen, Misshandlungen und Gewalt gefügig gemacht. Den Mädchen wird gesagt, dass sie sofort nach Nigeria abgeschoben werden, wenn sie sich an die Polizei wenden. Die Mädchen werden oft auch „Juju”-Zeremonien unterzogen, bei denen ihnen gesagt wird, dass sie mit einem Zauber oder Fluch belegt werden, wenn sie ihre Schulden nicht zurückzahlen.

Ein anderes Mädchen, das auf den Straßen in der Nähe von Rom interviewt wurde, sagte, dass sie 10 € pro Sex-Job verdient und dass sie normalerweise täglich 30 € bekommt, weil sie nur ein paar Kunden pro Tag hat. Das Mädchen sagte auch, dass sie der Prostitution entkommen möchte, aber nicht weiß wie.

Die Reaktion der italienischen Regierung auf die Situation

Derzeit ist die italienische Regierung nicht in der Lage, das Problem unter Kontrolle zu bekommen, aber sie hat die Ressourcen, die darauf verwendet werden, die Migrantinnen von den Straßen zu holen, drastisch erhöht. 2015 betrug das Budget 8 Millionen €, wurde aber letztes Jahr auf 22,5 Millionen € erhöht. Der Großteil dieses Geldes wird für die Suche nach Unterkünften (sogenannten Schutzhäusern) für die Frauen ausgegeben.

Offenbar sind die Frauen in regulären Migrantenasylen nicht sicher, wegen der ständigen Präsenz von Schlägern und Zuhältern, die versuchen, die Mädchen wieder einzufangen. Einige Frauen haben Unterkunft im Migrantenlager, setzen aber ihre Arbeit als Prostituierte fort, um ihre Schulden zu begleichen.

Nigerianische Frauen in Österreich

Nigerianischen Frauen ist es erlaubt, in Österreich zu arbeiten, aber die einzige Möglichkeit, überhaupt irgendetwas zu arbeiten, besteht darin, dass sie Asyl beantragen. In Österreich müssen alle Sexarbeiterinnen einen Registrierungsprozess durchlaufen, bevor sie arbeiten dürfen, und sie benötigen auch eine gesundheitliche Beurteilung von einem Arzt. Dieses Gesetz wurde kürzlich auch in Deutschland eingeführt; lesen Sie hier mehr darüber. Wenn Sie daran interessiert sind zu erfahren, welchen Nationalitäten von Mädchen Sie in Österreich neben nigerianischen Mädchen begegnen können, lesen Sie unseren Artikel über die Nationalitäten von Sexarbeiterinnen in Wien.

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