Straßenprostitution im Wiener Wohngebiet rund um die Brunner Straße in Liesing (23. Bezirk) war schon immer präsent, macht aber erst jetzt Schlagzeilen, da die Situation außer Kontrolle gerät. Laut unseren Quellen sehen Anwohner des Gebiets ständig Prostituierte und ihre Kunden, die auf der Straße verhandeln und sexuelle Handlungen vollziehen.
Straßenprostitution in Wien
Bis 2011 durften Straßensexarbeiterinnen in Wien fast in der gesamten Stadt arbeiten. Sie konnten auf belebten Straßen wie der Felberstraße, Linzerstraße, Äußeren Mariahilferstraße und grundsätzlich im weiteren Pratergebiet (2. Bezirk) mit einem Radius von deutlich über 1 km tätig sein. Mit dem neuen Gesetz wurden Straßenprostituierte an den Stadtrand von Wien verbannt. Dies ist hauptsächlich ein Industriegebiet, in dem Straßenprostituierte arbeiten dürfen.
Prostitution in Wien ist legal, aber nur in Sexclubs, Bordellen, Studios und anderen Einrichtungen. Straßenprostitution ist ebenfalls legal, aber auf ausgewiesene Bereiche beschränkt. In Wohngebieten ist sie streng verboten. Doch offenbar ist Straßenprostitution in Teilen der Brunner Straße sehr verbreitet, die in ein Wohngebiet fällt.
Das Problem ist, dass es in diesem Teil der Stadt keine Hotels oder andere Einrichtungen für Straßensexarbeiterinnen gibt, in denen sie Sex haben können. Die Stundenhotels und Bordelle, die für Straßenprostitution vorgesehen sind, befinden sich weiter im Stadtgebiet. Wir empfinden Sympathie für diese Prostituierten, da sie keine wirkliche Wahl haben. Sie werden gezwungen, in einem Gebiet zu arbeiten, das es ihnen extrem schwer macht, Geld zu verdienen, und sie arbeiten zudem auf eine etwas unwürdige Weise. Da es in diesem Gebiet einfach keine Hotels gibt, die Prostitution erlauben, ist der einzige Ort, an dem sie Sex haben können, in einem Auto oder an einem ungeheuerlichen Ort wie einem Friedhof.
Prostitution rund um den Friedhof Atzgersdorf
Das Gebiet rund um den Friedhof Atzgersdorf wird oft von Straßensexarbeiterinnen aufgesucht, die mit ihren Kunden Sex haben wollen, besonders an Wochenenden. Neben den unschönen Szenen und vulgären Geräuschen haben die Anwohner auch andere Sorgen. Die Straße vor dem Friedhof (Reklewskigasse) ist übersät mit gebrauchten Kondomen, schmutzigen Taschentüchern und sogar benutzten Spritzen.
Angeblich können einige Anwohner die sexuellen Handlungen sogar sehen, wenn sie aus ihrem Fenster schauen. Eine Frau berichtete, dass sie um 22 Uhr die Polizei rufen musste wegen einer Sexarbeiterin und ihrem Kunden. Die Frau fügte hinzu, dass die Polizei dort ankam und sie verhaftete, bevor sie fertig werden konnten.
Wie reagiert die Polizei?
Das Problem ist der Polizei nicht unbekannt. Laut einem Polizeisprecher wird das Gebiet kontinuierlich überwacht und sie schicken täglich Streifen aus. Anscheinend verstärkt die Polizei die Kontrollen in diesem Gebiet nach den vielen Beschwerden, die sie erhalten hat.
Bezirksparteivorsitzender und Bezirksratsstellvertreter Roman Schmid hat sich ebenfalls zur Situation geäußert. Laut ihm beobachtet die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) die Situation schon seit geraumer Zeit. Sie hatten kaum Probleme, aber jetzt treten größere und mehr Probleme auf. Nicht nur, dass der Akt der Straßenprostitution in Wohngebieten illegal ist, sondern es gibt auch andere Probleme. Drogendelikte sowie die Ausbeutung der Sexarbeiterinnen sind ihre größten Sorgen.
Der Vorsitzende sagte auch, dass dies verhindert werden könnte, indem man Straßenprostitution in Wien einfach ganz verbietet. Wien ist das einzige Bundesland, in dem Straßenprostitution noch erlaubt ist. Das wäre schade und wir hoffen, dass eine andere Lösung gefunden werden kann. Es gibt ein Überangebot an Sexarbeiterinnen in Wien und das könnte der Grund sein, warum die Situation außer Kontrolle gerät. Praktisch alle Clubs, Studios und Laufhäuser in Wien sind diese Saison extrem voll.
Wir halten Sie auf dem Laufenden, sobald neue Informationen über Straßenprostitution im Wiener Wohngebiet auftauchen.
Quelle: meinbezirk.at (German article)
