Polizei schließt vier illegale Bordelle in Linz

Die Behörden in Linz haben eine koordinierte Aktion gegen illegale Prostitution durchgeführt, bei der vier nicht lizenzierte Bordelle geschlossen und zwei Festnahmen vorgenommen wurden.

Die groß angelegte Razzia, die gemeinsam von der Polizei und dem städtischen Magistrat durchgeführt wurde, markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen unrechtmäßige Sexarbeit in der Landeshauptstadt Oberösterreichs.

Vier Standorte gleichzeitig durchsucht

Nach monatelangen Ermittlungen sammelte die städtische Vollzugsbehörde genügend Beweise, um vier verschiedene Objekte zu identifizieren, in denen Sexarbeit ohne Lizenz angeboten wurde. Am 17. Juli rückten Polizeieinheiten gleichzeitig an allen vier Adressen aus.

Laut Behördenangaben verliefen die Razzien erfolgreich: Mehrere Personen wurden wegen Zuhälterei und grenzüberschreitender Prostitutionsdelikte angezeigt, während zwei Personen, die sich illegal in Österreich aufhielten, festgenommen wurden.

Bei der Aktion stellten die Beamten außerdem etwa drei Gramm Kokain und einen chinesischen Reisepass mit gefälschtem Visumaufkleber sicher. Die Frau, die den Pass bei sich trug, wurde wegen Urkundenfälschung und Drogenbesitzes angezeigt.

Die Behörden erhobenen insgesamt 1.200 Euro an Sicherheitsleistungen gemäß dem oberösterreichischen Prostitutionsgesetz. Diese Zahlungen sind gesetzlich vorgeschrieben, wenn illegale gewerbliche Sexarbeit aufgedeckt wird.

Die Ermittlungen enden nicht in Linz. Die Polizei vermutet, dass die Operation Teil eines größeren kriminellen Netzwerks sein könnte, das sich bis nach Wien erstreckt.

Berichten zufolge befindet sich der mutmaßliche Drahtzieher in der Hauptstadt. Aus diesem Grund hat nun die Staatsanwaltschaft Wien die Ermittlungen übernommen.

Koordiniertes Vorgehen gegen illegale Prostitution

Stadtbeamte lobten die Zusammenarbeit zwischen Polizei und lokalen Behörden. Die gemeinsame Aktion wurde als wichtiger Schritt zum Schutz legaler Sexarbeiterinnen und zur Sicherstellung der Einhaltung der strengen österreichischen Prostitutionsvorschriften bezeichnet.

Legale Prostitution ist in Österreich nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt: Sexarbeiterinnen müssen sich offiziell registrieren, regelmäßige Gesundheitschecks durchführen lassen und in lizenzierten Betrieben arbeiten. Wer diese Regeln missachtet, riskiert Geldstrafen oder Verhaftung.

Regulierung in Österreich

Österreich ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen Prostitution legal, aber streng reguliert ist.

Bordelle müssen Hygiene- und Sicherheitsstandards erfüllen, und Sexarbeiterinnen sind verpflichtet, Steuern zu zahlen und gültige Gesundheitsnachweise zu führen.

Illegale Betriebe hingegen umgehen diese Verpflichtungen häufig und stehen manchmal in Verbindung mit Menschenhandel oder Ausbeutung. Die Linzer Ermittlungen scheinen genau diese Art von nicht lizenzierten Geschäften ins Visier genommen zu haben.

Die Polizei gibt an, dass der Fall weiterhin offen ist und weitere Festnahmen möglich sind, während Beweise geprüft und zusätzliche Verbindungen nach Wien untersucht werden.

Beamte betonten, dass die Razzia Teil eines umfassenderen Bemühens ist, Transparenz und Sicherheit in der österreichischen Sexindustrie aufrechtzuerhalten – und sowohl Arbeiterinnen als auch Kunden vor den Risiken unreglementierter Betriebe zu schützen.

Lesen Sie mehr über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Sexarbeit in Österreich in diesem Artikel.