Illegale Prostitution verursacht große Probleme in Kärnten

Illegale Prostitution bleibt ein ernsthaftes Problem im österreichischen Bundesland Kärnten. Laut Polizei löst die Schließung illegaler Bordelle das Problem nicht, da kurz darauf oft neue auftauchen. Die Behörden sagen, dass das Sexgewerbe schwer zu kontrollieren ist, insbesondere wenn kriminelle Netzwerke grenzüberschreitend operieren.

Das Thema wurde kürzlich in einem Bericht der Kleinen Zeitung aufgegriffen, in dem mit einem Beamten der Landeskriminalpolizei über die Realität der Prostitution in der Region gesprochen wurde.

Legale und illegale Sexarbeit existieren nebeneinander

Die Polizei schätzt, dass Hunderte von Sexarbeiterinnen in Kärnten tätig sind. Einige von ihnen arbeiten legal und sind nach österreichischem Recht registriert. Andere arbeiten illegal, oft unter der Kontrolle krimineller Gruppen.

Ein Beamter des Landeskriminalamtes erklärte, dass sich die illegale Prostitution ständig verändert.

Wenn die Polizei ein illegales Bordell schließt, öffnet oft bald darauf ein anderes, manchmal an einem anderen Ort oder unter einem neuen Namen. Das macht eine langfristige Durchsetzung sehr schwierig.

Die Behörden sagen, dass illegale Betriebe sich oft hinter legal aussehenden Strukturen verstecken, wie gemieteten Wohnungen oder temporären Massagestudios.

Kriminelle Netzwerke und grenzüberschreitende Aktivitäten

Eine der größten Herausforderungen für die Polizei ist die internationale Natur des illegalen Sexhandels. Viele kriminelle Gruppen operieren grenzüberschreitend, insbesondere zwischen Osteuropa und Österreich.

Diese Netzwerke rekrutieren gefährdete Personen, indem sie Jobs oder ein besseres Leben im Ausland anbieten. Sobald die Opfer ankommen, können sie durch Drohungen, Gewalt oder emotionalen Druck zur Prostitution gezwungen werden. Die Polizei sagt, dass diese Art von Verbrechen eng mit Menschenhandel verbunden ist.

Da sich diese Gruppen schnell bewegen und häufig den Standort wechseln, können Ermittlungen Monate oder sogar Jahre dauern.

Gerichtsfall verdeutlicht das Problem

Das Problem wurde durch einen aktuellen Gerichtsfall in Klagenfurt wieder öffentlich. Zwei rumänische Staatsbürger, ein Mann und eine Frau, werden des Menschenhandels, der Zuhälterei und schwerer Körperverletzung beschuldigt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Opfer in Rumänien mit falschen Versprechungen getäuscht und später nach Kärnten gebracht. Dort soll sie angeblich zur Prostitution gezwungen worden sein.

Der Prozess wurde verschoben, nachdem die weibliche Verdächtige zum zweiten Mal nicht vor Gericht erschienen war. Die Polizei sucht nun nach ihr, und sie könnte nach ihrer Ergreifung in Untersuchungshaft genommen werden.

Der Fall zeigt, wie schwierig es sein kann, solche Verbrechen vor Gericht zu bringen, besonders wenn Verdächtige oder Opfer aus anderen Ländern stammen.

Opfer schweigen oft

Die Polizei betont, dass viele Opfer Angst haben, sich zu äußern. Einige fürchten Bestrafung, Abschiebung oder Rache von denen, die sie kontrollieren. Andere vertrauen den Behörden nicht oder schämen sich für ihre Situation.

Dieses Schweigen macht es kriminellen Gruppen leichter, weiter zu operieren. Selbst wenn die Polizei illegale Aktivitäten vermutet, benötigen sie oft Opferaussagen, um einen Fall voranzubringen.

Unterstützungsdienste und Opferschutzprogramme existieren, aber die Behörden sagen, dass mehr Bewusstsein und Vertrauen nötig sind.

victim of human trafficking

Fortlaufende Bemühungen der Behörden

Trotz dieser Herausforderungen sagt die Polizei, dass sie die Situation weiterhin genau beobachtet. Regelmäßige Kontrollen, Zusammenarbeit mit Sozialdiensten und internationale Polizeiarbeit sind wichtige Instrumente im Kampf gegen illegale Prostitution und Menschenhandel.

Beamte betonen, dass Prostitution selbst in Österreich unter bestimmten Regeln legal ist. Der eigentliche Fokus liege, so sagen sie, darauf, Menschen vor Ausbeutung zu schützen und organisierte Kriminalität zu stoppen.

Solange Nachfrage besteht und kriminelle Netzwerke aktiv bleiben, erwarten die Polizei, dass das Problem weiterhin besteht. Die Behörden sagen, dass langfristige Lösungen die Zusammenarbeit zwischen Ländern, stärkere Opferunterstützung und anhaltende öffentliche Aufmerksamkeit erfordern werden.