Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen muss ein bekanntes Bordell in Prag umziehen. Der Club namens Showpark betrieb jahrelang illegal ein Gebäude der Stadt im Bereich des Holešovice-Marktes. Stadtvertreter sagen, der Fall markiere das Ende eines langen Konflikts um öffentliches Eigentum.
Der Umzug wurde von Tschechien News berichtet und von den Prager Stadtbehörden bestätigt.
Gericht ordnete Räumung bereits vor Jahren an
Ein tschechisches Gericht entschied bereits 2019, dass Showpark die Halle 18 auf dem Holešovice-Markt verlassen muss. Trotz dieser eindeutigen Entscheidung nutzte der Betreiber das Gebäude weitere fast sechs Jahre lang.
Das Unternehmen nutzte zusätzliche rechtliche Schritte, um die Räumung zu verzögern. Diese Verzögerungen verhinderten lange Zeit, dass die Stadt das Urteil durchsetzen konnte. Behördenvertreter sagen, dieser Fall zeige, wie langsame rechtliche Prozesse die illegale Nutzung öffentlichen Eigentums fortbestehen lassen können.
Die Situation änderte sich, als ein Gerichtsvollzieher ankündigte, dass am 27. Januar 2026 eine Zwangsräumung ohne weitere Verzögerung stattfinden würde. Nach dieser Ankündigung entschied sich der Betreiber, das Gebäude vor dem Räumungstermin freiwillig zu verlassen.
Stadtvertreter begrüßten die Entscheidung und sagten, sie vermeide einen schwierigen und öffentlichen Räumungsprozess. Für die Prager Behörden schließt dieser Schritt endlich einen Streit, der mehr als ein Jahrzehnt andauerte.
Erheblicher finanzieller Verlust für die Stadt
Laut der städtischen Immobilienverwaltungsgesellschaft nutzte Showpark das Gebäude ohne gültigen Mietvertrag und zahlte in dieser Zeit keine Miete. Infolgedessen verlor Prag schätzungsweise sieben Millionen Tschechische Kronen pro Jahr an Einnahmen.
Behördenvertreter sagen, diese fehlenden Einnahmen hätten zur Entwicklung und Verbesserung des Holešovice-Marktgebiets verwendet werden können. Die Stadt fordert nun Schadensersatz für die entgangene Miete.
Showpark wird an einer neuen Adresse in der Nähe einer der verkehrsreichsten Prager Metro-Stationen, I. P. Pavlova, in der Na Bojišti Straße wiedereröffnen. Das Unternehmen betrieb dort bereits vor der COVID-19-Pandemie eine Filiale.
Die Behörden bemerkten, dass die Verlegung den Club aus dem historischen Marktgebiet entfernt, das für eine Neugestaltung und neue öffentliche Nutzung vorgesehen ist.
Zukunftspläne für das Gebäude
Nachdem Showpark ausgezogen ist, wird die Stadt den Zustand von Halle 18 inspizieren. Behördenvertreter sagen, das Gebäude sei jahrelang nicht ordnungsgemäß instand gehalten worden und benötige möglicherweise größere Reparaturen.
Die Renovierungskosten könnten 200 Millionen Tschechische Kronen übersteigen und mehrere Jahre dauern. Langfristige Pläne umfassen Büroflächen, Einzelhandelseinheiten und eine Polizeistation. Bis dahin könnte das Gebäude vorübergehend für Werkstätten oder Künstlerateliers genutzt werden.
Stadtvertreter beschreiben den Auszug von Showpark als das Ende einer langen und schwierigen rechtlichen Auseinandersetzung. Sie sagen, der Fall unterstreiche die Bedeutung der Durchsetzung gerichtlicher Urteile und des Schutzes öffentlichen Eigentums.
Mit dem endlich geräumten Gebäude kann Prag nun mit den Plänen zur Neugestaltung des Holešovice-Marktgebiets voranschreiten und dem Raum eine neue Bestimmung geben.
